Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle

Das Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim in Baden-Württemberg liegt etwa 25 km nördlich der Stadt Stuttgart auf dem Gebiet von Gemmrigheim und Neckarwestheim am rechten Neckarufer. Mit der Einlagerung des ersten Behälters wurde das Brennelemente-Zwischenlager am 6. Dezember 2006 in Betrieb genommen. Die Genehmigung nach dem Atomgesetz für die Aufbewahrung von Kernbrennstoffen im Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim ist auf 40 Jahre befristet, gerechnet ab Einlagerung des ersten Behälters. Seit 01. Januar 2019 ist die BGZ als neue Betreibergesellschaft für das Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim verantwortlich.

Das Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim liegt auf dem Anlagengelände des Kernkraftwerks Neckarwestheim. Dadurch ist der Transportweg von Behältern vom Reaktorgebäude zum Brennelemente-Zwischenlager kurz und öffentliche Verkehrswege müssen nicht genutzt werden.

Am Standort, einem ehemaligen Steinbruch, wurde für das Brennelemente-Zwischenlager aus Platzgründen die unterirdische Bauweise gewählt. Das Brennelemente-Zwischenlager besteht aus einem oberirdisch angeordneten Eingangsgebäude, zwei parallelen, in Ost-West-Richtung verlaufenden unterirdischen Tunnelröhren, die an ihrem Ende durch einen Verbindungstunnel verbunden sind, sowie einem Abluftbauwerk und einem Fluchtbauwerk. Die unterirdischen Tunnelröhren sind 90 bzw. 84 Meter lang, rund 14 Meter breit und gut 17 Meter hoch. Für die Behälter stehen in beiden Tunnelröhren insgesamt 151 Stellplätze zur Verfügung. Tunnel 1 besteht aus dem Raum zur Behälterreinigung und einem Lagerbereich mit einer Grundfläche von 1.170 m². Tunnel 2 hat eine Grundfläche von 1.230 m², die vollständig als Lagerbereich genutzt wird. Die beiden Lagertunnel umfassen neben Tunnel 1 und Tunnel 2 den Verbindungsgang zwischen den Lagertunneln. Die beiden Lagertunnel verlaufen parallel in ca. 13,8 m Abstand zueinander, sind über einen Verbindungsgang miteinander verbunden und schließen an das oberirdische Eingangsgebäude an.

Genehmigungsverfahren

Eine Übersicht über bisher erteilte Genehmigungen und ggf. laufende Genehmigungsverfahren finden Sie hier: https://www.base.bund.de/DE/themen/ne/zwischenlager/standorte/gkn.html

Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim
(Baden-Württemberg)

Kirchheimer Weg 1
74382 Neckarwestheim

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 151 genehmigt | 89 belegt*
Aktuelle Belegung: 69 CASTOR V/19 | 5 TN 24 E | 15 CASTOR 440/84 mvK
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 1.600 t SM** | maximal 3,5 MW***

* Stand 07.01.2021
** t SM = Angabe in Tonnen Schwermetall
*** MW = Angabe der Gesamtwärmeleistung in Megawatt

Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

Am Standort Neckarwestheim betreibt die BGZ das Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Hier werden insbesondere Reststoffe aus dem Betrieb und Rückbau des Kernkraftwerks Neckarwestheim bis zu ihrer Abgabe an das Endlager Konrad sicher zwischengelagert.

Bei den verpackten schwach- und mittelradioaktiven Abfällen handelt es sich beispielsweise um kontaminierte Anlagenteile, Werkzeuge, Schutzkleidung oder verbrauchte Filter. Das AZN wurde 2020 in Betrieb genommen. Da die bei Betrieb und Rückbau des Kernkraftwerks anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle hier eingelagert werden, leistet das Abfall-Zwischenlager einen wichtigen Beitrag zum Rückbau des Kernkraftwerks.

Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim (AZN)
Inbetriebnahme
: 2020
Genehmigungs-/Aufsichtsbehörde: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Außenabmessungen des Lagers:
133 m x 30 m x 21 m